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Tagesmutter sagt, wie sie mit Dreimonatskoliken umgeht

Schnelle Hilfe bei Dreimonatskoliken von Mutter und Tagesmutter Julia Nastasi

Als Tagesmutter waren kleine Kinder mein täglicher Umgang. Und nicht nur das, ich bin auch in einem Tagesmutterhaushalt aufgewachsen. Kinder begleiten mich also schon mein ganzes Leben.

Schnelles Handeln

Wenn ein Baby schreit, ist schnelles Handeln angesagt. Bitte vergessen Sie überholte Theorien, die besagen, dass es die Lungen Ihres Babys stärkt, wenn es mal ein bisschen schreien muss. Auch die These, dass ein Baby, wenn man es nur lange genug schreien lässt, lernt, dass Mama und Papa nicht jederzeit springen, kann ich aus meiner Erfahrung heraus nicht unterstützen.

Ganz im Gegenteil: Gerade wenn ein Baby sich, wie es bei Dreimonatskoliken der Fall ist, sehr unwohl fühlt, ist es mehr denn je auf die Nähe der Eltern angewiesen. Wenn Sie es nun einfach schreien lassen, fühlt es sich verlassen. Es hat schließlich kein Zeitgefühl und kann noch nicht aus seiner Erfahrung schöpfen, dass Sie schon irgendwann wiederkommen werden. Man sagt sogar, dass Kinder bis zum dritten Lebensjahr nicht weinen, um etwas zu bezwecken, sondern weil sie sich schlicht und ergreifend unwohl fühlen. Sie können dieses Unwohlsein nicht einmal zuordnen. Nähe und Zuspruch sind hier das Mittel der Wahl und so gehe auch ich in meinem Alltag damit um, wenn so kleine Kinder schreien.

Auch bei meinen eigenen Kindern handhabe ich es bis heute so, dass ein Schreien bedeutet, dass ich sofort handele.

Was tut eine Tagesmutter bei Dreimonatskoliken?

Selbstschutz

Immer wieder höre ich von verzweifelten Müttern, die das Gefühl haben, das Schreien wird ihnen irgendwann einmal zuviel. In Gesprächen mache ich immer wieder klar, dass das erste Anliegen sein muss, dass das Baby versteht, dass Mama sofort zur Stelle ist, wenn es sich unwohl fühlt. Aber auch ich kenne den Fall, dass das Schreien länger andauert, als es meine Nerven mitmachen. Ich rate betroffenen Müttern dazu, sich in einer ruhigen Minute etwas zu überlegen, mit dem sie sich möglichst schnell selbst beruhigen können. Es sollte sich um eine Methode handeln, die binnen weniger Minuten greift. Bei mir war und ist das, kurz den Raum zu verlassen, im idealen Fall sogar etwas frische Luft zu atmen. Ich atme einige Male tief ein und aus und kann mich dann wieder mit ruhigem Herzschlag meinem Kind widmen. 

Durchhalten

Letzten Endes müssen Sie sich bewusst machen, dass Ihr Baby nicht mit Absicht schreit oder um Sie zu nerven. Es geht ihm in diesem Moment wirklich nicht gut. Sei es, dass es Krämpfe hat oder unter einer vorübergehenden Regulationsstörung leidet, sich also momentan nicht selbst beruhigen kann – es braucht Sie in diesen Momenten. Was hier wie eine abgedroschene Phrase klingen könnte, ist die pure Wahrheit: Auch das anhaltende Schreien ist nur eine Phase und geht vorbei. In diesem Moment ist es zweifelsohne eine Belastung, aber wenn Sie diese gemeinsam mit Ihrem Baby durchstehen, wird die Verbindung danach umso besser sein.

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Kinder bestimmen schon mein ganzes Leben. Ich wuchs als erstes Kind einer Familie mit 3 Kindern auf und meine Mutter ist seit über 30 Jahren Tagesmutter. Nachdem ich im Jahr 2015 mein erstes Kind geboren habe, entschloss ich mich, zusammen mit meinem Mann eine Ausbildung zur zugelassenen Tagesmutter zu absolvieren. Von 2017 bis 2020 haben wir gemeinsam eine private Kita betrieben, inzwischen mit einem weiteren Kind. Ich war und bin am Puls der Zeit, wenn es um die Sorgen von frischgebackenen Eltern geht. Gerne gebe ich meine Erfahrungen und mein Wissen weiter.

Julia Nastasi
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